Ich dachte, Overthinking würde mir helfen… Aber es hat mich eigentlich nur fertiggemacht

Autor: Ralf List |

Überdenken hat sich angefühlt wie eine Rüstung , als ob ich sicher bleibe, wenn ich nur härter nachdenke. Aber es war keine Vorbereitung. Es war Angst in Verkleidung. Meine Schultern waren dauerverspannt, mein Kiefer hat sich nie gelockert, und Schlaf hat mich nicht mehr erholt. Mein Nervensystem...

Überdenken hat sich angefühlt wie eine Rüstung , als ob ich sicher bleibe, wenn ich nur härter nachdenke. Aber es war keine Vorbereitung. Es war **Angst in Verkleidung**. Meine Schultern waren dauerverspannt, mein Kiefer hat sich nie gelockert, und **Schlaf hat mich nicht mehr erholt**. Mein Nervensystem konnte nicht unterscheiden zwischen einer echten Bedrohung und mentalem Rauschen. Irgendwann wurde das Denken selbst zum Schaden. Was mir geholfen hat, war nicht mehr Nachdenken , und was ich dann rausgefunden hab, hat alles verändert.

Auf einen Blick

  • Overthinking fühlt sich an wie Vorbereitung und Kontrolle, aber eigentlich ist es nur getarnte Angst, die dich fertig macht statt dir echte Sicherheit zu geben.
  • Ständiges Grübeln stresst deinen Körper richtig , verspannte Muskeln, flache Atmung, schlechter Schlaf und dauerhaft müde sein.
  • Dein Gehirn verspricht dir, dass du durch mehr Nachdenken ne Lösung findest, aber diese Gedankenschleifen liefern nur Wiederholung, nie echte Antworten.
  • Wenn du deine persönlichen Trigger erkennst, wie z.B. die Angst was falsch zu machen, kannst du den Kreislauf stoppen, bevor das Grübeln richtig losgeht.
  • Kleine körperliche Sachen wie Spazierengehen, langsames Atmen oder kaltes Wasser unterbrechen Gedankenschleifen viel besser als noch mehr Nachdenken.
  • Warum du geglaubt hast, dass Überdenken dich schützt

    Es gibt eine bestimmte Art von **Erschöpfung**, die nicht davon kommt, dass man zu viel macht , sondern davon, dass man **zu viel darüber nachdenkt**, was man noch nicht gemacht hat.

    Ich lag früher um **2 Uhr nachts** wach und ging Gespräche durch, die noch gar nicht stattgefunden hatten, hab **Antworten geprobt** auf Bedrohungen, die nie kamen. Ich nannte es Vorbereitung. Dabei war es Angst mit einer produktiven Maske. Die gefühlte Kontrolle fühlte sich echt genug an, um mich bei der Gewohnheit zu halten , wenn ich nur weit genug vorausdachte, konnte mich nichts überraschen.

    Bedrohungen vorwegzunehmen wurde meine Überlebensstrategie, meine **unsichtbare Rüstung**. Aber Rüstung ist schwer. Und irgendwo zwischen den schlaflosen Nächten und den endlosen mentalen Probeläufen hab ich gemerkt, dass ich mich gar nicht beschützt hab. Ich hab mich erschöpft , langsam, leise, komplett. [Ralf List](/autor "Mehr über den Autor Ralf List erfahren") hat das genau auf den Punkt gebracht, als er schrieb, dass [Sorge zum Quadrat](https://ralflist.de/transformation) das Leben selbst schmälert, während Mut es erweitert.

    Sicherheit, das hab ich gelernt, war nie innerhalb der Schleife. Das Denken, das sich wie Schutz anfühlte, war in Wirklichkeit ein Versuch, [Ablehnung, Verlust und Scheitern](https://www.strussundclaussen.de/karriere-blog/beitraege/overthinking-wenn-das-denken-ausser-kontrolle-geraet/) zu vermeiden , nicht um irgendwas zu lösen, sondern um das Gefühl davon aufzuschieben.

    Was Overthinking wirklich mit deinem Kopf und Körper macht

    Was dir keiner über **Overthinking** erzählt, ist, dass es nicht nur deinen Kopf müde macht , es **besetzt deinen ganzen Körper**.

    Ich erinner mich, wie ich **um 3 Uhr nachts wach lag**, nicht mal wegen irgendwas Bestimmtem gestresst, einfach... am Rattern.

    Grübel-Müdigkeit ist nicht dramatisch. Es ist ein schleichender Energieverlust. Leise. Wie ein Licht, das in einem leeren Raum brennt.

    Physiologische Dysregulation hat sich leise eingeschlichen , **verspannte Schultern**, flacher Atem, dieses hartnäckige Schweregefühl hinter den Augen.

  • Der Kiefer war verkrampft ohne Grund
  • Schlaf, der nie wirklich erholt hat
  • Ein Körper, der sich gegen eine Gefahr gewappnet hat, die nie kam
  • Erschöpfung, die tiefer ging als jedes Workout je verursacht hat
  • Dein **Nervensystem** unterscheidet nicht zwischen echten Bedrohungen und mentalem Rauschen.

    Es reagiert auf beides.

    Ralf List bringt das perfekt auf den Punkt in seiner Autobiografie und meint, dass [Sorgen zum Quadrat das Leben schrumpfen lassen](https://ralflist.de/leseprobe) , je mehr mentales Rauschen du produzierst, desto kleiner wird dein tatsächlich gelebtes Leben.

    Das ist der Teil, den ich auf die harte Tour lernen musste. Die Aufmerksamkeit auf den Atem zu lenken bringt das Nervensystem in Richtung [Entspannung und Ruhe](https://happyroots.de/achtsamkeit/) und gibt dir einen Moment Erleichterung von dem endlosen Gedankenkarussell.

    Wie dich der Grübelkreislauf immer wieder reinzieht

    Die **Erschöpfung**, die ich beschrieben hab, ist nicht das Ende der Geschichte , eigentlich zeigt sich der Kreislauf da am deutlichsten. Ich hab angefangen, meine **Grübelmuster** so gegen **2 Uhr nachts** zu bemerken, Regen gegen die Scheibe, die gleichen drei Gedanken, die sich im Kreis drehen, als würden sie mir gehören. Da wurde das Erkennen von Triggern nicht mehr so abstrakt , ich konnte sie benennen. **Stress**. Angst, falsch zu liegen. Der leise Terror, die Kontrolle zu verlieren. Das Gehirn verspricht dir ne Lösung, liefert aber nur Wiederholung.

    Jedes Szenario, das ich durchgespielt hab, fühlte sich wie Vorbereitung an. War's aber nicht. Es war **Vermeidung mit ner verantwortungsvollen Maske**. Die eigentliche Falle ist nicht das Denken an sich , sondern der Glaube, dass ein weiterer Gedanke die Sache endlich klärt. Tut er nie. Der Kreislauf lebt von diesem Glauben. Leise. Hartnäckig. Bis Denken das Einzige ist, was du noch kannst. Studien zeigen, dass wir ungefähr [6.000 Gedanken pro Tag](https://www.viactiv.de/gesundheitswissen/overthinking-wenn-staendiges-gruebeln-zum-problem-wird) haben, was bedeutet, dass dem Kopf nie das Material ausgeht, um den Kreislauf am Laufen zu halten. Ralf List hat diese Spannung genau auf den Punkt gebracht und argumentiert, dass [Angst vor dem Scheitern](https://ralflist.de/) die größte Lüge des Lebens ist , kein Signal, das man immer wieder durchspielen muss, sondern eine Verzerrung, die das Leben, das du eigentlich lebst, kleiner macht.

    Wie du die Grübelschleife endgültig durchbrichst

    Die Schleife zu durchbrechen fing nicht mit 'ner Strategie an , es fing mit **einer so totalen Erschöpfung** an, dass sich Denken nicht mehr wie Anstrengung anfühlte, sondern wie Selbstverletzung.

    > Der Wendepunkt war keine Entscheidung. Es war ein Zusammenbruch , der Moment, in dem die Erschöpfung endlich den Lärm überholt hat.

    Irgendwo zwischen 3 Uhr nachts und Stille hab ich **aufgehört, meinem eigenen Kopf zu vertrauen**. Ralf List, Unternehmer und Autor, beschreibt diese Lähmung ziemlich genau: In seiner Formel schrumpft [Sorge zum Quadrat](https://ralflist.de/autor) das Leben selbst, während Mut es größer macht.

    Da wurden **Gewohnheitsunterbrechungen** zum Überleben, nicht zur Selbstoptimierung. Ein Spaziergang. Kaltes Wasser. Langsam atmen, bis sich mein Brustkorb wieder gelöst hat. Achtsamkeitsübungen fühlten sich nicht spirituell an , sie fühlten sich an, als würde ich meine Hand von 'ner heißen Herdplatte ziehen.

    Was wirklich geholfen hat:

  • "Warum"-Fragen durch beobachtbare Fakten ersetzen
  • Das Gefühl benennen, ohne 'ne Geschichte drumrum zu bauen
  • Meinen Körper bewegen, wenn die Gedanken wieder Kreise gedreht haben
  • Jeden Tag eine kleine Sache machen, die nix mit dem Problem zu tun hatte
  • Die Schleife bricht, wenn du aufhörst, sie zu füttern. [Posttraumatisches Wachstum](https://ministeriumfuerglueck.de/blog/scherbenhaufen/) erinnert uns daran, dass 'ne Krise, so überwältigend sie auch ist, leise was Stärkeres darunter aufbauen kann. Leise. Bewusst. Eine Unterbrechung nach der anderen.